Seit einigen Jahren bietet WiCAM mit CADCAM/Online wesentliche Funktionen der PN Produktpalette, wie z. B. Preiskalkulation, Dateikonvertierung oder Abwicklungsroutinen, als skalierbare Cloudlösung an. Die API-Schnittstelle stellt diese Funktionen zum automatischen bidirektionalen Datenaustausch online zur Verfügung.
2017 gründeten 3 ehrgeizige Unternehmer das StartUp Laserhub. Die Idee dahinter war die Entwicklung einer Blechteilebeschaftungsplattform – und die PNWebApps lieferten die passenden Bausteine für das Projekt. Algorithmen nutzen mittels der API-Schnittstelle die Funktionen Abwickeln, Schachteln, Konvertieren und das Kalkulationsmodul. Die Ermittlung von Produktionszeiten und Materialbedarf für exakte Preise und präzise Auftragsgenerierung erfolgt über die gemeinsam mit WiCAM entwickelte Cloud-Lösung in Echtzeit.
Die Bestellung von beliebig vielen Blechteilen und ganzen Baugruppen zum besten Preis reduziert sich somit auf wenige Sekunden. Pro Tag können so mehr als 100.000 Teile kalkuliert und tausende von Aufträgen generiert werden. Kontinuierliche gemeinsame Entwicklungen bieten schon heute maximale Leistung und Konnektivität – und schaffen die Standards für die Lösungen der nächsten IT-Generationen.
| Herr Adrian Raidt, Geschäftsführer von Laserhub:
„WiCAM war bereits zu Beginn der Kooperation sehr fortschrittlich im Bereich Schnittstellenkonnektivität. Durch diesen Fortschritt, war die Integration der Funktionen von WiCAM bei Laserhub über die API Schnittstelle sehr schnell realisierbar. Neben der Schnittstellenkonnektivität haben wir hier ein Unternehmen gefunden, welches mit uns den Beschaffungsprozess komplett neu denken wollte.“
Adrian Raidt, Geschäftsführer von Laserhub: „Der Angebotspreis ist bei jeder Berechnung ein dynamischer Prozess. Wir müssen einmal die Informationen zusammen bringen die in den CAD Dateien enthalten sind, dann die Produktionsparameter die der Kunde auswählt und dies dann noch in Verbindung bringen mit den Kapazitäten unserer Lieferanten und einer entsprechend zeitlichen Dynamik. WiCAM im speziellen, liefert uns bei diesem Prozess die Informationen aus den CAD Dateien.“
M. Herz: Mit welcher Intention haben Sie Laserhub gegründet?
A. Raidt: „Die Maschinenbaubranche krankte aber schon immer bei der Schnittstelle zwischen Kunde und Lieferant. Die Schwierigkeit liegt darin, dass es auf der Käuferseite schon immer sehr zeitaufwendig war ein Angebot zu erhalten. Auf der anderen Seite haben die Blechbearbeiter auch viele Anfrage und müssen diese kalkulieren und einen fertigen Produktionspreis errechnen. Aus dieser Beobachtung heraus, war es für mich ein logischer Schritt dieses Problem mit einer hoch technologisierten Plattform zu lösen. Das war die Geburtsstunde von Laserhub.“
M. Herz: Zu diesem Zeitpunkt gab es ja bereits einige Onlineplattformen, die sich auf den Beschaffungsprozess spezialisiert hatten. Was genau unterschied Laserhub von bestehenden Plattformen am Markt?
A. Raidt: „Es gab bzw. gibt bereits einige Plattformen die sich auf die Vermittlung von Aufträgen spezialisiert haben. Aber bei genauerer Betrachtung, haben Sie das Problem des Beschaffungsprozesses nicht wirklich gelöst. Die bestehenden Plattformen haben dem Kunden in vielen Fällen mehrere Lieferanten angeboten und letztendlich musste der Kunde sich doch wieder aktiv in den Beschaffungsprozess einarbeiten und entscheiden, wer der richtige Lieferant für Ihn ist. Somit bringen die bestehenden Plattformen dem Kunden nur einen begrenzten Mehrwert. Der Auftraggeber muss die Angebote prüfen und eine wirkliche Qualitätsgarantie ist bei diesem Beschaffungsprozess nicht gegeben. Bei uns kauft der Kunde von uns. Der Auftraggeber lädt seine CAD Zeichnung hoch, wir kalkulieren in Kombination mit WiCAM den exakten Teilepreis, wenn nötig wickeln wir das Teil im Vorfeld ab und der Kunde erhält in wenigen Sekunden ein Angebot mit Lieferoptionen. Mit dem Auslösen der Bestellung, kümmern wir uns um das komplette Lieferantenmanagement. Das bedeutet an der Stelle, dass der Auftraggeber vom Einmalauftrag bis zum Abschluss von Rahmenverträgen alles über Laserhub produzieren lassen kann und somit den Beschaffungsprozess in wenigen Sekunden erledigt.“
M. Herz: Welche Dateien kann Laserhub verarbeiten?
A. Raidt: „Unsere Plattform bietet dem Kunden ein breites Spektrum an Kompatibilität. DXF, DWG, Step, Solitworks, Catia und viele weitere können ohne Probleme eingelesen werden. Einzige Prämisse ist eine saubere CAD Zeichnung.“
M. Herz: Wie berechnet sich der Angebotspreis?
A. Raidt: „Der Angebotspreis ist bei jeder Berechnung ein dynamischer Prozess. Wir müssen einmal die Informationen zusammen bringen die in den CAD Dateien enthalten sind, dann die Produktionsparameter die der Kunde auswählt und dies dann noch in Verbindung bringen mit den Kapazitäten unserer Lieferanten und einer entsprechend zeitlichen Dynamik. WiCAM im speziellen, liefert uns bei diesem Prozess die Informationen aus den CAD Dateien.“
M. Herz: Was geschieht im Hintergrund, nachdem der Kunde das Angebot angenommen hat und eine verbindliche Bestellung ausgeführt hat?
A. Raidt: „Wir haben ein Netzwerk von Lieferanten und je nach Kapazität und Lieferbedingungen wird der optimale Lieferant für den Auftrag herausgefiltert. Da wir im Vorfeld alle relevanten Informationen abgefragt haben und mit technischen Algorithmen einen exakten Produktionspreis errechnet haben, gibt es hier kaum Unklarheiten. Ein Punkt der hier noch zu beachten ist, dass wir in engen Kontakt mit unserem Lieferantennetzwerk stehen und wir dementsprechend eine hohe Materialqualität gewährleisten können.“
M. Herz: Welches Wachstum sehen Sie für Laserhub auf Sicht der nächsten Jahre in Bezug auf Globalisierung? Bzw. welche Visionen haben Sie als Unternehmer für die kommenden Jahre?
A. Raidt: „Mit Laserhub haben wir eine skalierbare Lösung entwickelt, mit der wir mit relativ wenig Aufwand weitere Länder erschließen können. Dies geschieht zum jetzigen Zeitpunkt auch schon. Neben Deutschland sind wir bereits in Österreich aktiv, vor wenigen Wochen sind wir auf dem französischen Markt gestartet mit positiven Ergebnissen und auf Basis von dem was wir dort lernen gehen wir in naher Zukunft in weitere Länder. Letztendlich glaube ich, dass die aktuellen Metatrends in Bezug auf Globalisierung gerade so ein Modell welches wir verfolgen stark fördern, da wir immer kleinere Losgrößen haben bei immer höherem Termindruck. Dieser sorgt letztendlich dafür, dass die lokale Produktion deutlich an Wettbewerbsvorteil gewinnt gegenüber der Produktion auf anderen Kontinenten. Unser Modell, dass der Kunde zentral bei der Plattform bestellt, die aber gleichzeitig versucht so lokal wie möglich zu produzieren, geht genau in diese Richtung.“
M. Herz: Wieso WiCAM?
A. Raidt: „Bereits zu Beginn, war uns klar, dass wir für die Analyse von CAD Dateien einen verlässlichen Partner brauchen. Nach einer intensiven Marktrecherche sind wir dann auf WiCAM gestoßen. WiCAM war auf den 3 Ebenen die wir als erstes betrachten, wenn es um Kooperation geht, der ideale Partner.“
M. Herz: Welche 3 Ebenen?
A. Raidt: „Persönliche Ebene, Fachliche Ebene (wir hatten sehr schnell ein gemeinsames Verständnis von dem was wir wollen) und letztendlich das wohl entscheidende für uns, wir nennen dies den „StartUpFit“, passt unser Partner zu uns als StartUp? Was heißt, dass man schnell Ideen umsetzt und keine Angst vor technischen Herausforderungen hat, gleichzeitig aber auch dauerhafte und leistungsstarke Lösungen entwickelt. Da haben wir bei WiCAM den Partner getroffen, der genau diese pragmatische Umsetzung und fokussierte Arbeitsweise verinnerlicht hat.“
M. Herz: Was hat Sie von WiCAM überzeugt auf der technischen Ebene?
A. Raidt: „WiCAM war bereits zu Beginn sehr weit vorne was die Schnittstelle an sich anging. Durch die Erfahrungen bei WiCAM mit Schnittstellen, war die Integration der Funktionen von WiCAM in Laserhub über die API Schnittstelle sehr schnell realisierbar. Und das zweite war die Art des Arbeitens, dass wir hier ein Unternehmen gefunden haben, welches mit uns den Beschaffungsprozess komplett neu denken wollte.“
M. Herz: Wie funktioniert die Weiterentwicklung in Bezug auf die Zusammenarbeit mit WiCAM?
A. Raidt: „Hier findet ein enger Kommunikationsaustausch zwischen der Entwicklungsabteilung beider Unternehmen statt. Gemeinsam entscheiden wir dann, was Sinnvoll ist und was nicht und arbeiten dann daran dies in hoher Geschwindigkeit in die Plattform zu integrieren.“
M. Herz: Das Tagesgeschäft von WiCAM ist die Vernetzung beliebiger ERP Systeme und der Produktion. Wie ist Laserhub in diesem Bereich aufgestellt? Es würde ja durchaus Sinn machen, dass Unternehmen sich direkt über eine Schnittstelle an Laserhub ankoppeln und somit keine Produktion mehr vor Ort betreiben müssen.
A. Raidt: „Da haben Sie vollkommen Recht. Diesen Paradigmenwechsel stellen wir bei immer mehr Kunden fest. Aktuell befinden wir uns mit einigen Kunden diesbezüglich in der Betaphase. Eines der großen Ziele von Laserhub ist es, dass wir in den kommenden Jahren eine Standardlösung anbieten können, womit der Kunde direkt aus dem ERP System heraus bei Laserhub bestellen kann.“
M. Herz: Wie sehen in dem Zusammenhang die Entwicklung des Maschinenbaus auf die nächsten 20 Jahre? Eine Beobachtung die ich gemacht habe, ist das kleine und mittelständische Betriebe einen immer höheren Aufwand betreiben müssen um die Produktion auf dem Stand der Technik zu halten.
A. Raidt: „Wir haben sehr viele Kunden die noch eine eigene Produktion haben um einfach die Flexibilität aufrecht zu erhalten. Aber spätestens bei der Diskussion die Produktion zu erweitern, lagern die meisten Kunden die gestiegene Nachfrage auf Laserhub aus. Dies ermöglicht den Unternehmen wirtschaftliches Wachstum zu erzielen und gleichzeitig Rücklagen zu bilden für mögliche konjunkturelle Rücksetzer.“
M. Herz: Der Baustein „Software“ rückt immer mehr in den Fokus des Maschinenbaus. Wie sehen Sie die Entwicklungen in diesem Bereich?
A. Raidt: „Meiner Ansicht nach, wird Software die Branche noch massiv verändern und auch den Maschinenbau als Innovationstreiber über kurz oder lang ablösen. Ein Teil dieses Prozesses ist schon am Laufen aber ich gehe von einer starken Beschleunigung innerhalb dieses Jahrzehnts aus. Die Frage wird sich in Zukunft nicht mehr stellen, ob die Maschine eine 4, 6 oder 8 KW Laser hat, sondern mit welcher Software wird das ganze letztendlich gesteuert.“